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Als '''Bio-Lebensmittel''' werden Lebensmittel aus der bezeichnet. Der Begriff ist in der EU gesetzlich definiert. Diese Produkte müssen aus kontrolliertem Anbau stammen, dürfen nicht gentechnisch verändert sein und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, oder angebaut. Tierische Produkte stammen von Tieren, die artgerecht gemäß gehalten werden und in der Regel nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt wurden. Die Produkte sind nicht ionisierend bestrahlt und enthalten weniger Lebensmittelzusatzstoffe als konventionelle Lebensmittel, dürfen aber bis zu 5 % nicht ökologisch erzeugte Zutaten enthalten.

Die von 2007 definiert, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, die als Öko-Produkte gekennzeichnet sind, hergestellt und gekennzeichnet werden müssen.
Um konventionell von ökologisch hergestellten Lebensmitteln zu unterscheiden, führte Deutschland 2001 das staatlich kontrollierte Bio-Siegel ein, mit dem nur nach der EG-Öko-Verordnung hergestellte Produkte gekennzeichnet werden dürfen. Während ''Biokost'' ein Synonym für Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau ist, kann ''Naturkost'' auch konventionell produziert sein.

Erhältlich sind Bio-Lebensmittel in , und zunehmend im Lebensmitteleinzelhandel sowie in . Es gibt in Deutschland eine Reihe von ökologischen , deren Richtlinien zum Teil deutlich strenger sind, als von der EG-Öko-Verordnung vorgeschrieben.

Bei einer Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf Bio-Landwirtschaft ergibt sich ein Rückgang der Produktionsmenge je Flächeneinheit, der je nach hergestelltem Lebensmittel unterschiedlich ausfällt. Vor dem Hintergrund, dass bei einzelnen Lebensmitteln die Produktionsmenge nicht ausreicht, um den laufenden Verbrauch zu decken (z. B. bei Getreide in den Agrarjahren 2012/2013 und 2018/2019) ist dies ein Nachteil von ökologischer Landwirtschaft.

Geschichte

Die Vorläufer der modernen Bio-Lebensmittel sind zumindest teilweise in der Naturkost-Bewegung (siehe Lebensreform), der Siedlung auf dem und anderen Gruppen zu sehen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Ernährung und Bewusstsein miteinander verbanden. Diese Vorläufer hatten ihre Basis in Ernährungslehren zur Vollwertkost und im Vegetarismus. Anfangs bestand Naturkost hauptsächlich aus frischem Gemüse. Die damaligen Verbraucher, die Interesse an Naturkost hatten, suchten Lebensmittel, die frei von Zusatzstoffen, frisch oder nur minimal bearbeitet waren. Der Anbauverband Demeter propagiert seit den 1920er Jahren auf anthroposophischer Grundlage eine biologisch-dynamische Landwirtschaft.

Die moderne Naturkost-Bewegung erfuhr einen Aufschwung in der Hippie-Zeit der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Das sprichwörtliche gewann an Popularität (siehe auch Makrobiotik, ). In den 1970er Jahren entstanden in Westdeutschland die ersten in Berlin, Hamburg und . Ende der 1970er Jahre gab es bundesweit rund 100 dieser Läden.
Im Jahr 2000 wurde ein EU-Biosiegel für ''Biologische Landwirtschaft'' und ''Ökologischen Landbau'' herausgebracht, 2001 wurde das deutsche staatliche Bio-Siegel eingeführt.
Seit 2010 gibt es in Deutschland auch tiefgekühlte Bio-Beikost als Babynahrung. Eine neuere Studie der .</ref>

Pestizidrückstände

Einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2006 zufolge wurden in konventionellen Lebensmitteln ca. drei- bis fünfmal so häufig Pestizidrückstände gefunden wie in biologischen Lebensmitteln. Vergleicht man die Proben, bei denen Pestizidrückstände gefunden wurden, so war die Belastung bei biologischen Lebensmitteln meist geringer. Allerdings waren Rückstände auch bei konventionell erzeugten Nahrungsmitteln zu gering, um eine Gesundheitsgefahr darzustellen. Es gibt auch gesundheitsschädliche Pflanzenstoffe, hier kommen manche bei Bio-Lebensmitteln, andere bei konventionellen Lebensmitteln häufiger vor.

Eine 2009 veröffentlichte Übersichtsarbeit der University of London identifizierte 55 relevante Studien, die zwischen 1958 und 2008 veröffentlicht worden waren, den Nährstoffgehalt konventioneller und ökologischer Lebensmittel verglichen und ausreichende Qualität aufwiesen. Für die meisten untersuchten Nährstoffe wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Stickstoffe waren eher in konventionellen Produkten in höherer Konzentration enthalten, Phosphor und n in Bio-Lebensmitteln.

Einige Untersuchungen weisen gemäß BMEL darauf hin, dass Bio-Lebensmittel eine vergleichsweise höhere Trockenmasse aufweisen. Dies wird auf langsamere Wachstums- und Reifezeiten zurückgeführt.

Ein im September 2012 veröffentlichtes Review von Wissenschaftlern der Stanford University fand lediglich für Phosphor konsistent signifikant höhere Konzentrationen in Bio-Lebensmitteln, die allerdings nicht klinisch bedeutsam waren. Es kam zu dem Schluss, dass die Forschung bisher keine deutlichen Beweise für einen signifikant höheren Nährstoffgehalt ökologisch produzierter Lebensmittel liefern konnte.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2014, die 343 Publikationen auswertete, fand einen höheren Gehalt an Antioxidantien, vor allem Polyphenolen. Die höhere Konzentration von Polyphenolen könnte den Autoren zufolge am ehesten zu einer verbesserten Ernährung beitragen. Ob dies tatsächlich der Fall ist und sie einen gesundheitlichen Vorteil bietet, ist unklar.

Es gibt bislang nur wenige Untersuchungen zu etwaigen aus unterschiedlichen Nährwerten herrührenden Gesundheitswirkungen selbst. Ein Review der University of London identifizierte zwölf relevante Untersuchungen zwischen 1958 und 2008. Es kam zu dem Schluss, dass es keine Belege für mit dem Nährstoffgehalt verbundene gesundheitliche Wirkungen durch den Konsum ökologisch statt konventionell produzierter Nahrungsmittel gibt.

Antibiotikaresistente Bakterien

Es gibt wissenschaftliche Belege, dass der Konsum von Hühner- und Schweinefleisch aus ökologischer statt konventioneller Landwirtschaft die Exposition gegenüber mehrfach-antibiotikaresistenten Bakterien verringern kann.

Genusswert

Wissenschaftliche Studien, in denen Probanden Geschmackstests unterzogen wurden, haben die Annahme, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel generell besser schmecken, nicht bestätigt. In manchen Fällen erhielten ökologische, in anderen konventionelle Produkte bessere durchschnittliche Geschmacksbeurteilungen.

Bioprodukt-Anteil am Lebensmittelumsatz

{| class="sortable wikitable sortable"
|- style="background:#EFEFEF"
! Land !!data-sort-type="number"|Anteil (%) am Gesamtumsatz
von Lebensmitteln (2017)

In Dänemark und Schweden hatten die Supermärkte 2017 einen Marktanteil von über 90 % bei den Bio-Produkten. Am meisten Umsatz mit dem Verkauf von Bio-Lebensmitteln an Endverbraucher macht in Deutschland , 28. März 2018, abgerufen am 13. Oktober 2018.</ref>

Siehe auch

  • Bundesverband Naturkost Naturwaren,
  • LOHAS

Literatur

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  • Kai Kreuzer, Karin Drube: ''Bio-Vermarktung. Vermarktungswege für Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung''. Pala, Darmstadt 1996, ISBN 3-89566-120-1.
  • Claus Leitzmann, Sylvia Pfaff (Hrsg.): ''Praxishandbuch Bio-Lebensmittel''. Loseblattwerk, Behr?s Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-89947-109-0.
  • Dirk Maxeiner: ''Biokost & Ökokult: welches Essen wirklich gut für uns und unsere Umwelt ist.'' Piper, München / Zürich 2009, ISBN 978-3-492-25400-7.
  • Sabine Plaßmann-Weidauer: ''Die Bedeutung des Preises beim Kauf von Öko-Lebensmitteln : Preiskenntnis und Zahlungsbereitschaft bei Öko-Konsumenten'' (= ''Studien zum Konsumentenverhalten'', Band 39). Kova?, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8300-5947-9 (Dissertation Uni Kassel 2011).
  • Volkert Engelsman, Bernward Geier: ''Die Preise lügen ? Warum uns billige Lebensmittel teuer zu stehen kommen.'' Oekom-Verlag, München 2018, ISBN 978-3-96238-013-7.

Weblinks

  • ''Bio-Lebensmittel ? umweltschonend und gesund?'' Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, (pdf), 707 kB
  • Verbraucherschutz-Portal des aid infodienst zum Thema ?Bio-Lebensmittel?
  • oekolandbau.de: Wie erkenne ich Bio-Lebensmittel
  • (pdf), 190 kB
  • : ''Bio''

Einzelnachweise